Der Hirsch an der Quelle

Der Hirsch an der Quelle ∘ Aesop Fabel ∘ Hochmut und Stolz

Ein Hirsch hatte Durst und ging zu einer Quelle. Während er trank und dabei sein eigenes Spiegelbild im Wasser sah, gefiel ihm sein Geweih so sehr, dass er ganz stolz darauf wurde.

Er blickte sich dabei immer wieder an und bewunderte besonders seinen Kopfschmuck und die enorme Größe seines Geweihs. Über seine Beine aber ärgerte er sich, da sie ihm viel zu dünn und zu schwach erschienen.

Als er so über sich nachdachte, tauchte in der Nähe plötzlich ein Löwe auf, der ihn gerade angreifen wollte. Der Hirsch wandte sich gerade noch schnell genug zur Flucht und gewann, solange er auf offenem Feld dahin rannte, einen großen Vorsprung zum Löwen um sich in Sicherheit zu bringen.

Als er aber dann in ein waldiges Gelände kam, passierte es, dass er nur noch langsam vorwärts kam und schließlich und endlich dem Löwen doch zum Opfer fiel. Sein überaus großes Geweih hatte sich nämlich immer wieder in den Zweigen der Bäume verfangen.

Kurz vor seinem Tod sagte er noch zu sich selbst: »Ich bin wirklich zu bedauern! Ich konnte mich zwar mit meinen dünnen Beinen, die ich wegen ihrer augenscheinlicher Schwachheit verachtete, vorerst retten, umgekommen bin ich aber durch das, worauf ich so ganz besonders stolz war und das mich endlich an der Flucht hinderte, mein wunderschönes großes Geweih.«

Lehre: Die Beine sind zum Fliehen da und das Geweih zur Wehr. Ein jegliches zu seiner Zeit. Schönheit allein hilft nicht immer im Leben.

Der Hirsch an der Quelle ∘ Aesop Fabel ∘ Hochmut und Stolz

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Der Hirsch an der Quelle ∘ Aesop Fabel ∘ Hochmut und Stolz - Ein Hirsch hatte Durst und ging zu einer Quelle. Während er trank und dabei sein eigenes Spiegelbild im Wasser sah, gefiel ihm sein Geweih so sehr, dass er ganz stolz darauf wurde.

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Autor: Aesop

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