05 · Sieh der Holde

05 · Sieh der Holde · Carmina Burana · Carl Orff

Sieh der Holde

Sieh der Holde und ersehnte Frühling
bringt zurück die Freuden.
Purpurrot blüht die Wiese,
alles macht die Sonne heiter.
Weiche nun die Traurigkeit!
Sommer kehrt zurück, des Winters
Strenge muss nun weichen
Ah!

Nun schmilzt hin und schwindet
Hagel, Schnee und alles Andere.
Der Winter flieht und schon saugt
der Frühling an des Sommers Brüsten.
Das muss ein Armseliger sein,
der nicht lebt und nicht liebt
unter des Sommers Herrschaft.
Ah!

Es prangen und schwelgen in Honigsüße,
die es wagen und greifen nach Cupidos Lohn.
Auf Cypri’s Geheiß
wollen prangend und schwelgend
dem Paris es gleichtun.
Ah!

Ecce gratum

Ecce gratum et optatum
Ver reducit gaudia,
purpuratum floret pratum,
Sol serenat omnia.
Iam iam cedant tristia!
Estas redit, nunc recedit
Hyemis sevitia.
Ah!

Iam liquescit et decrescit grando,
nix et cetera;
bruma fugit, et iam sugit
Ver Estatis ubera;
illi mens est misera,
qui nec vivit, nec lascivit
sub Estatis dextera.
Ah!

Gloriantur et letantur
in melle dulcedinis,
qui conantur,
ut utantur premio Cupidinis:
simus jussu Cypridis
gloriantes et letantes
pares esse Paridis.
Ah!

05 · Sieh der Holde · Carmina Burana · Carl Orff

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Autor: Carmina Burana

Bewertung des Redakteurs:
4

Das Leben ist eine Reise. Je weniger Gepäck man dabei hat, desto mehr Eindrücke kann man mitnehmen.
Hanna Schygulla