Rationalismus · Wind of Change

Rationalismus · Wind of Change · Kaz Dziamka

Der Autor Kaz Dziamka, geboren und aufgewachsen in Polen, kam 1981 mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten. 1995 unterrichtete er am Albuquerque Technical Vocational Institute. Seit 1997 ist er Herausgeber des »American Rationalist«.

Er war Fulbright-Professor für Amerikanistik an der Universität Troms in Norwegen und ist US-Korrespondent von Fakty i Mity (Fakten und Mythen) Wochenzeitung.

Rationalismus bezeichnet eine philosophische Lehre, wonach der Aufbau der Welt so wie die Mathematik und Physik nach logischen und berechenbaren Gesetzmäßigen erfolgt. Um die Wahrheit zu erkennen, bedarf es nur des Verstandes.

In der Philosophie-Geschichte wird Rationalismus meist als Etikett für Denker wie Descartes, Spinoza oder Leibniz verwendet. Rationalismus lässt sich nicht von Ideologien lenken und leiten.

Kaz Dziamka : Der Song »Wind of Change« der deutschen Rockband The Scorpions kam 1990 zum perfekten Zeitpunkt zu seiner Veröffentlichung: Das kommunistische System zerbröckelte, und die Menschen in Europa spürten, dass es nach der Kälte endlich eine Chance für dauerhaften Frieden und Zusammenarbeit gab. Der Krieg war zu Ende.

Klaus Meine, die berühmte Stimme der Scorpions, ließ sich durch den Russland-Besuch der Band im Vorjahr zu einem Song inspirieren, der inzwischen mit über 14 Millionen verkauften Exemplaren zu einem der erfolgreichsten Songs in der Geschichte der Popmusik geworden ist.

Das Lied sowie das spezielle YouTube-Video fangen die Magie des Augenblicks ein – die Hoffnung und den guten Willen der Europäer in den frühen 1990er Jahren, auf eine Weise wie wahrscheinlich kein anderes Lied oder Video oder Buch oder Editorial es jemals getan hat.

Die Scorpions machten das Beste aus ihren Möglichkeiten, unvergessliche Konzerte in Europa, aber auch in Russland zu geben. Ein Zeitungsbericht lautet:
»Wind of Change« ist Berichten zufolge zu einer der meistverkauften Singles der Geschichte geworden.

Und »Wind of Change« ist mit Sicherheit die einzige Power-Ballade, die für den ehemaligen sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow persönlich aufgeführt wurde.

Aber während viele Russen und Europäer im Allgemeinen inspiriert und hoffnungsvoll waren, machten die US-Regierung, das Pentagon und die CIA sowie die NATO bereits Überstunden, um alle Fortschritte in Richtung internationaler Aussöhnung und Partnerschaft zum Scheitern zu bringen .

Ohne einen realen oder eingebildeten Feind nämlich ist der korporativ-militärische US-Gigant wie ein Monster-Fisch ohne Wasser. Und so wurde innerhalb weniger Monate das Versprechen des US-Außenministers James Baker an den russischen Führer Michail Gorbatschow gebrochen, dass sich die NATO keinen Zoll östlich von Deutschland ausbreiten würde.

Der militärische Marsch in Richtung Osten aber – Einkreisung von Russland – mit Installierung von NATO-Stützpunkten und Aufstellung von Atom-Raketen begann.

Diese einzigartige historische Gelegenheit für dauerhaften Frieden und Zusammenarbeit zwischen dem Westen und Russland wurde verpasst. Für immer.

Gleichzeitig wurde die russische Wirtschaft durch die vom Westen unerbittlich aufgezwungene freie Marktwirtschaft nach westlichem Vorbild nahezu lahmgelegt und ihre Souveränität fast zerstört.

Aus allgemeiner Sicht ist die amerikanische Außenpolitik ganz einfach: Sie ist entweder der »American Way« oder der »Highway zur Hölle« mit unzähligen Sanktionen als Folge.

Der Rest ist neuere Geschichte. Russland, das größte Land der Welt, ist wieder eine militärische Supermacht mit hoch-moderner und unübertroffener Raketentechnologie.

Wenn Sie »Wind of Change« hören und die Scorpions live sehen, denken Sie einen Moment darüber nach, was für eine großartige, einzigartige Gelegenheit für Frieden und Zusammenarbeit zwischen den USA/dem Westen und Russland von den amerikanischen und europäischen Politikern zerstört wurde.

Ein altes Sprichwort besagt, dass die Feder mächtiger ist als das Schwert. Aber jetzt möchte ich argumentieren, dass ein politischer Protestsong noch mächtiger ist als sowohl die Feder als auch das Schwert.

Ich wünsche und hoffe, dass wieder Künstler wie Klaus Meine »Wind of Change«, John Lennon »Imagine«, Bob Dylan »Blowin‘ in the Wind« und John Fogerty »Freedom« aufstehen und dafür eintreten, damit es erneut eine Chance für eine friedliche Welt geben wird.

Milliarden von Menschen wurden durch ihre Songs inspiriert. Das kann nicht ohne Wirkung bleiben und nicht ewig ignoriert werden. Lasst uns alle die Veränderung herbeiführen, Frieden mittels Diplomatie zu verwirklichen und nicht durch Lieferungen von Waffen und Munition.

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Autor: Kaz Dziamka

Bewertung des Redakteurs:
4

Jeder Tag ist ein kleines Leben, das heißt: ein zu bewältigendes Angebot und nicht ein Berg, den wir nicht übersteigen können.

Liselotte Nold