Menschlichkeit und Weltfrieden

67

Menschlichkeit und Weltfrieden – Dalai Lama 

Der Zweck des menschlichen Lebens:

Man kann wohl sagen, dass der Zweck eines jeden menschlichen Lebens das Erlangen von Glück und Wohlergehen ist. Deshalb hat jeder Mensch den steten Wunsch nach Frieden und Glück. Ist etwas diesem Wunsch dienlich und nützlich, so ist es gut; schadet es aber diesem Ziel, so ist es schlecht und unnütz.

Vergleicht man die menschlichen Institutionen und deren Nutzung für die Menschen mit einer Hand, so würde für jeden Finger eine andere Institution stehen wie Wirtschaft, Politik, Erziehung, Recht, Wissenschaft, Religion usw. Jeder Finger für sich würde den Menschen reichlich wenig nutzen, aber in ihrem gegenseitigen Zusammenspiel dienen sie den Menschen mit großer Wirksamkeit.

Die Berechtigung eines jeden Fingers erwächst erst aus seinem den Menschen dienenden Aspekt heraus und nicht um sich selbst zu dienen. So soll alles den Menschen dienen und ihnen nutzbar sein, damit sie Glück und Wohlergehen erlangen.

Der Zweck heiligt nicht die Mittel:

Die Atombombe zum Beispiel ist ein technisches Objekt, von dem wir kaum glauben können, dass so etwas überhaupt konstruiert worden ist. Ihre Existenz wird aber erst erklärbar durch den dem Mensch dienenden Zweck. Auf dieser Grundlage bewerten wir sie als gut oder schlecht.

Verselbständigt sich nun eine Institution und verliert ihren dienenden Aspekt, weil sie nur noch sich selbst und für Wohlstand und Reichtum arbeitet, ohne Mitleid für das Unglück anderer zu empfinden, ist sie schlecht und verschwendet Energie. Drang nach mehr Gewinn entsteht aus Mangel an Menschlichkeit.

Gute Gedanken aufgreifen:

In der Forschung wird anhand der Nützlichkeit entschieden, ob weiter geforscht wird oder nicht. Gleichfalls entscheidet der Geist. Gute und nutzbare Gedanken greift er auf, schlechte ist er bestrebt, wegfallen zu lassen. Der Mensch entlastet sich so von unangenehmen Einflüssen. Dies spiegelt sich in seinem Empfinden und seinem Eindruck zu sich selbst und auf andere wider. Der Geist ist somit die Wurzel alles SEINS in uns selbst.

Wir Menschen sind soziale Wesen, die sich alleine kaum wohlfühlen. Wir sind auf die geistigen Einflüsse anderer angewiesen und können vielleicht unter 1000 Menschen nur einen finden, bei dem wir wirklich glücklich sind, bei den anderen empfinden wir Leid.

Freunde finden:

Wenn wir Freunde brauchen, müssen wir wissen, wie wir sie finden. Freunde durch Geld oder Macht zu erlangen, ist möglich. Verliert man aber Macht und Geld, so verliert man meist auch diese Freunde. Beständige Freunde gewinnt man nur durch die eigenen geistigen Grundlagen.

Machen wir immer ein böses Gesicht, finden wir schwerlich viele Freunde, da unser Gegenüber auf unserem Gesicht unsere Gedanken, also unseren Geist zu lesen versucht. Lächeln wir aber, sind wir angenehmer und annehmbarer. Natürlich gibt es verschiedene Formen des Lächelns, aber ein ehrliches Lächeln von innen heraus empfinden wir am wohltuendsten – und darum geht es uns.

Mit einem ruhigen Geist:

Freunde fragen mich oft, warum ich so gelassen und glücklich bin, und ich antworte: Mein Geist ist so. Mit einem ruhigen Geist kann man in jeder Situation glücklich sein und findet selbst in der heftigsten Umgebung Entspannung. Ein unruhiger Geist jedoch kann sich selbst in einem harmonischen Umfeld nicht konzentrieren. Nur der Geist ermöglicht uns, den inneren Frieden zu finden und so auf die Umgebung positiven Einfluss auszuüben.

Gerade in einer Zeit wie der unseren ist das Erlangen des inneren Friedens durch Gedanken- und Geistschulung wichtiger denn je. Der Weg nach innen ist der Weg der wirklichen Zuneigung. Nur er kann aus Streitenden neue Freunde machen. Nur so tragen wir zu mehr Menschlichkeit in dieser Zeit bei und arbeiten aktiv für den Weltfrieden.

Menschlichkeit und Weltfrieden – Dalai Lama – Der Zweck des menschlichen Lebens

Bewertung: 5 von 5.
Menschlichkeit und Weltfrieden
menschlichkeit und weltfrieden dalai

Menschlichkeit und Weltfrieden - Dalai Lama - Der Zweck des menschlichen Lebens - Man kann wohl sagen, dass der Zweck eines jeden menschlichen Lebens das Erlangen von Glück und Wohlergehen ist. Deshalb hat jeder Mensch den steten Wunsch nach Frieden und Glück.

URL: https://aventin.de/menschlichkeit-und-weltfrieden-dalai-lama/

Autor: Dalai Lama

Bewertung des Redakteurs:
5

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

14 + 5 =