Der Schuldner aus Athen

Der Schuldner aus Athen · Aesop Fabel · Gläubiger Agora

Im alten Athen wurde einst ein Schuldner von seinem Gläubiger aufgefordert, endlich seine Schulden zu bezahlen.

Zuerst bat der Mann seinen Gläubiger, ihm noch etwas Zeit zu geben, indem er darauf hinwies, dass er zwar jetzt noch kein Geld, aber in Kürze eines haben werde.

Als er aber den Gläubiger davon nicht überzeugen konnte, holte er seinen letzten Besitz, ein Schwein, und bot das Tier in Gegenwart des Gläubigers auf dem Markt (Agora) in Athen zum Verkauf an.

Ein Kauflustiger kam und fragte den Mann, ob denn das Schwein auch fruchtbar sei. Darauf hin mischte sich der Gläubiger sofort ein und erwiderte, es sei nicht nur einfach fruchtbar, sondern dazu noch auf wunderbare Weise ein Prachtschwein: Am Mysterienfest werfe es nur weibliche und an den Panathenäen nur männliche Ferkel.

Als der Kauflustige über diese Worte des Gläubigers sehr erstaunt war, fügte der Mann noch hinzu: »Wundere dich nicht! Denn an den Dionysien wird sie dir auch junge Ziegen werfen!«

Lehre: Des eigenen Vorteils wegen macht eine beredte Zunge alles möglich! So kann zum Beispiel auch aus einer Gans ein Schwan werden.

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Autor: Aesop

Bewertung des Redakteurs:
4

Jeder hat im Leben Dinge, die er von sich abschütteln und vergessen muss, und je eher man das tut, umso gescheiter ist es.

Fanny Lewald