Der Narr und die Masken – Parabel

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Der Narr und die Masken – Parabel – Freiheit und Sicherheit  

Du fragst mich, wie ich zum Narren wurde?

Das geschah so: Eines Tages, lange bevor die vielen Götter geboren waren, erwachte ich aus einem tiefen Schlaf und gewahrte, dass meine Masken gestohlen worden waren. Ich hatte nämlich sieben Masken, welche ich in sieben Leben angefertigt und getragen hatte.

Unmaskiert rannte ich sodann durch die vollen Straßen und schrie: “Diebe, Diebe, die verdammten Diebe! Sie haben meine Masken gestohlen!”

Die Männer und die Frauen lachten. Einige von Ihnen liefen aus Angst vor mir sogar in ihre Häuser zurück. Andere wendeten sich von mir ab. Als ich zum Marktplatz kam, rief ein Junge von einem Hausdach herunter: “Er ist ein Narr!”

Ich blickte empor, um ihn zu sehen: da küsste die Sonne erstmals mein bloßes Antlitz. Zum ersten Mal in meinem Leben küsste sie mein bloßes Antlitz, und meine Seele entflammte zu ihr in Liebe. Darauf hin beschloss ich, in meinem Leben nie mehr eine Maske tragen zu wollen.

Wie in Trance rief ich sodann aus: “Segen, Segen über die Diebe, die meine Masken gestohlen haben!”

So wurde ich zum Narren. Und in meiner Narrheit fand ich schließlich Freiheit und Sicherheit wieder. Freiheit der Einsamkeit und Sicherheit vor dem Verstanden werden. Denn diejenigen, welche immer vorgeben uns zu verstehen, wollen meistens irgend etwas anderes oder uns nur für ihre Zwecke vereinnahmen, was auch einer Versklavung nahe kommt.

Ich will aber nicht zu stolz sein auf meine Sicherheit. Denn auch ein Dieb im Kerker ist nicht sicher vor einem anderen Dieb.

Der Narr und die Masken – Parabel – Freiheit und Sicherheit

Der Narr und die Masken
Der Narr und die Masken Parabel Freiheit und Sicherheit 1

Der Narr und die Masken – Parabel – Freiheit und Sicherheit - Du fragst mich, wie ich zum Narren wurde? Das geschah so: Eines Tages, lange bevor die vielen Götter geboren waren, erwachte ich aus einem tiefen Schlaf und gewahrte, dass meine Masken gestohlen worden waren. Ich hatte nämlich sieben Masken, welche ich in sieben Leben angefertigt und getragen hatte.

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Autor: N. N.

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