<data:blog.pageTitle/><data:blog.pageName/>

Das Lied der Polly Peachum

Das Lied der Polly Peachum ~ Dreigroschenoper ~ Bertolt Brecht
Das Lied der Polly Peachum ∗ Dreigroschenoper ∗ Bertolt Brecht

Das Lied der Polly Peachum ∗ Dreigroschenoper ∗ Bertolt Brecht


Einst glaubte ich, als ich noch unschuldig war
– und das war ich einst grad so wie du –
Vielleicht kommt auch zu mir einmal einer
Und dann muss ich wissen, was ich tu.
Und wenn er Geld hat Und wenn er nett ist
Und sein Kragen ist auch werktags rein
Und wenn er weiß, was sich bei einer Dame schickt
Dann sage ich ihm: »NEIN«.

Da behält man seinen Kopf oben
Und man bleibt ganz allgemein.
Sicher scheint der Mond die ganze Nacht
Sicher wird das Boot am Ufer festgemacht
Aber weiter kann nichts sein.
Ja, da kann man sich doch nicht nur hinlegen!
Ja, da muss man kalt und herzlos sein.
Ja, da könnte so viel geschehen!
Ach, da gibts überhaupt nur: »NEIN«.

Der Erste, der kam, war ein Mann aus Kent
Der war, wie ein Mann sein soll.
Der Zweite hatte drei Schiffe im Hafen
Und der Dritte war nach mir toll.
Und als sie Geld hatten
Und als sie nett waren
Und ihr Kragen war auch werktags rein
Und als sie wussten, was sich bei einer Dame schickt
Da sagte ich ihnen: »NEIN«.

Da behielt ich meinen Kopf oben
Und ich blieb ganz allgemein.
Sicher schien der Mond die ganze Nacht
Sicher war das Boot am Ufer festgemacht
Aber weiter konnte nichts sein.
Ja, da kann man sich doch nicht nur hinlegen!
Ja, da musst‘ ich kalt und herzlos sein.
Ja, da könnte doch viel geschehen!
Aber da gibts überhaupt nur: »NEIN«.

Jedoch eines Tages, und der Tag war blau
Kam einer, der mich nicht bat.
Und er hängte seinen Hut an den Nagel in meiner Kammer
Und ich wusste nicht mehr, was ich tat.
Und als er kein Geld hatte
Und als er nicht nett war
Und sein Kragen war auch am Sonntag nicht rein
Und als er nicht wusste, was sich bei einer Dame schickt
Zu ihm sagte ich nicht »NEIN«.

Da behielt ich meinen Kopf nicht oben
Und ich blieb nicht allgemein.
Ach, es schien der Mond die ganze Nacht
Und es ward das Boot am Ufer losgemacht
Und es konnte gar nicht anders sein!
Ja, da muss man sich doch einfach hinlegen!
Ja, da kann man doch nicht kalt und herzlos sein.
Ach, da musste so viel geschehen!
Ja, da gabs überhaupt kein »NEIN«.


Das Lied der Polly Peachum ∗ Dreigroschenoper ∗ Bertolt Brecht

Das Lied der Polly Peachum ⋆ AVENTIN Storys

Das Lied der Polly Peachum ∗ Dreigroschenoper ∗ Bertolt Brecht - Einst glaubte ich, als ich noch unschuldig war - und das war ich einst grad so wie du - Vielleicht kommt auch zu mir einmal einer Und dann muss ich wissen, was ich tu.

URL: https://aventin.de/das-lied-der-polly-peachum/

Autor: Bertolt Brecht

Bewertung des Redakteurs:
4
Myllow
  • Myllow
  • Von einem der sich aufmachte Weisheit zu finden | Fabeln - Novellen - Sagen.

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

zwei × fünf =