Konrad Zuse · Deutscher Computerpionier

Konrad Zuse · Deutscher Computerpionier aus Berlin

Konrad Zuse (* 22.06.1920 in Berlin; + 18.12.1995 in Hünfeld) wuchs im ostpreußischen Braunsberg auf und besuchte dort auch das Humanistische Gymnasium. 1927 trat er in die Technische Hochschule Berlin-Charlottenburg ein, wo er Kurse im Bauingenieurwesen belegte. Dieses Ingenieursstudium weckte bei Zuse um 1934 sein Interesse an der Entwicklung eines mechanischen Rechengeräts.

Nach seinem Abschluss trat er der Henschel Aircraft Company bei, wo er an der Spannungsanalyse arbeitete. Insbesonders untersuchte er die Belastungen, die durch Vibrationen eines Flugzeugflügels verursacht werden. Seine Arbeit war mit viel Rechnen verbunden und so baute Zuse, um diese Berechnungen einfacher durchführen zu können, seinen Z1 – Computer im Wohnzimmer seiner Eltern.

Zuse stellte diese Maschine 1938 fertig. Sie war völlig mechanisch mit nur einer Recheneinheit, die aus einer großen Anzahl mechanischer Schalter bestand, und einem Speicher, aus Schichten von Metallstäben zwischen Glasschichten. Eine seiner innovativsten Eigenschaften aber war, dass die Einheit mit Hilfe eines Lochstreifens programmiert werden konnte.

Der Hauptgrund dafür, dass es Zuse gelang, einen mechanischen Computer überhaupt zu bauen, wo Andere versagt hatten, war die Tatsache, dass Zuses Z1 eine binäre Maschine mit zwei Positionsschaltern zur Darstellung von 0 und 1 war. Aber die Maschine funktionierte noch nicht besonders gut.

Zuses Pläne, einen größeren und besseren Computer zu entwickeln, den Z2, sahen daher vor, das gleiche Speichersystem beizubehalten, aber die mechanische Recheneinheit durch elektromechanische Relais zu ersetzen. Allerdings wurde das ganze Projekt durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, als Zuse zum Militärdienst einberufen wurde.

Das Aerodynamische Forschungsinstitut des Dritten Reiches aber finanzierte seine Arbeit weiterhin und er vollendete den Bau des Z2, der noch ein Experimentalcomputer war.

Anschließend baute Zuse den Z3, den ersten Computer, der nicht nur zum Testen war. Die Rechner Z2 und Z3 waren elektromechanische Relaismaschinen mit einem aus Relais bestehenden elektromechanischen Speicher sowie ein elektromechanisches Rechenwerk.

Natürlich benötigte der Z3 viele Relais und tatsächlich enthielt er etwa 2600 Stück davon. Die Maschine war die erste betriebsfähige programmgesteuerte Rechenmaschine und wurde von der deutschen Flugzeugindustrie zur Lösung simultaner Gleichungssysteme eingesetzt.

Als dann Zuse einen auf elektronischen Ventilen basierenden Computer vorschlug, wurde der Vorschlag mit der Begründung abgelehnt, die Deutschen stünden sowieso kurz vor dem Sieg im Krieg, dass weitere Forschungsanstrengungen nicht erforderlich seien.

Einige von Zuses Computern wurden gegen Ende des Krieges bei Bombenangriffen zerstört. Zuse selbst begann dann 1942 erneut mit dem Bau eines neuen Geräts Z4. Aufgrund anhaltender Luftangriffe verlegte er aber seine Arbeit von Berlin nach Göttingen.

Schon nach wenigen Wochen aber drohte Göttingen von vorrückenden russischen Truppen eingenommen zu werden und die Z4 wurde erneut verlegt, diesmal in das kleine Dorf Hinterstein in Bayern. Die Z4 erhielt die Codierung Versuchsmodell 4 oder V4 und wurde im Keller eines Hauses versteckt.

Schließlich gelangte der Z4-Rechner in die Schweiz, wo er 1950 an der ETH in Zürich installiert wurde. Er blieb dort bis 1955 in Betrieb und wurde dann an ein französisches aerodynamisches Forschungsinstitut in der Nähe von Basel verlegt, wo er bis 1960 im Einsatz blieb.

Tatsächlich hat Zuse neben der Z-Serie noch mehrere andere Computer entworfen. Seine Computer S1 und S2 dienten der Berechnung der präzisen Maße, die für die Produktion von Flugzeugen erforderlich waren.

Beim S2 waren im Computer Messgeräte enthalten, um die Flugzeuge in der Produktion zu vermessen und diese direkt in die Berechnungen einfließen zu lassen.

Der von Zuse entworfene L1 -Rechner war für die Lösung logischer Probleme gedacht. Allerdings wurde davon lediglich nur eine experimentelle Version produziert, weitere Arbeiten an dieser innovativen Idee wurden nicht durchgeführt.

Zuse gründete schließlich 1950 ein eigenes Computerunternehmen, das 1967 vom Elektronikkonzern Siemens übernommen wurde. 1965 erhielt Zuse den Harry M. Goode Memorial Award, eine mit 2.000 US-Dollar dotierte Medaille.

1958 entstand der Z22 – Rechner, einem der ersten, der mit Transistoren ausgestattet war. Zuse forschte auch weiterhin an Computern und fungierte als Berater für Siemens, nachdem das Unternehmen 1969 die vollständige Kontrolle über Zuses Computerunternehmen übernommen hatte.

Neben seinen Hardware-Entwicklungen interessierte sich Zuse auch für Software und entwickelte bereits 1945 die erste algorithmische Programmiersprache »Plankalkül«.

Er nutzte diese Sprache, um ein Schachspielprogramm zu entwerfen. Obwohl die Sprache nicht weit verbreitet war, bildete sie später dennoch die Grundlage für weitere eine Generation, ALGOL, die schließlich zu einer weltweit verbreiteten Computersprache wurde.

Konrad Zuse · Deutscher Computerpionier aus Berlin

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Autor: N. N.

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