Kleopatra · Griechische Königin

Kleopatra · Griechische Königin im alten Ägypten

Kleopatra VII. Philopater herrschte von 51 bis 30 v. Chr. über das alte Ägypten und war die letzte Herrscherin des ptolemäischen Königreichs in Ägypten. Nach ihrem Tod übernahm das Römische Reich die Kontrolle über das Land.

Kleopatra wurde 70 oder 69 v. Chr. geboren und war eine Tochter von Ptolemaios XII. (Auletes), einem Nachkommen von Ptolemaios I. Soter, einem der Generäle Alexanders des Großen und Begründer der ptolemäischen Linie in Ägypten.

Kleopatra, eine direkte Nachfahrin von Ptolemaios, war somit die erste ptolemäische Herrscherin, die die ägyptische Sprache lernte, da alle vor ihr nur Griechisch sprachen . Man geht außerdem davon aus, dass sie Äthiopisch, Hebräisch, Aramäisch, Arabisch, Syrisch, Medianisch, Parthisch und Lateinisch gesprochen hat.

Der Name Kleopatra kommt von den altgriechischen Wörtern κλέος (kléos), was »Ruhm« bedeutet, und πατήρ (pater), was »Vater« bedeutet, was »Ruhm ihres Vaters« bedeutet.

Kleopatra, bekannt für ihren Intellekt und Witz, wurde als unglaublich verführerisch und überzeugend beschrieben, Eigenschaften, die ihr im Laufe der Jahrhunderte zu einer geheimnisvollen Aura verhalfen.

Sie ist daher zu einer beliebten Figur in Medien, Literatur und Kunst geworden, und ihre bezaubernden Eigenschaften, romantischen Beziehungen und ihre unumstrittene Schönheit stehen oft im Mittelpunkt solcher Werke.

Die meisten verfügbaren Informationen über Kleopatras Leben stammen von Plutarch, der sechzehn Jahre nach dem Tod der griechischen Königin geboren wurde.

Überlieferten antiken Quellen zufolge war Kleopatras Vater Ptolemaios XII., während ihre Mutter wahrscheinlich Kleopatra V. Tryphaena war. Als ihr Vater starb, war Kleopatra, die damals achtzehn Jahre alt war, die nächste in der Thronfolge, gefolgt von ihrem Bruder Ptolemaios XIII., der zehn Jahre alt war.

Die beiden Geschwister sollten zwar heiraten und gemeinsam regieren, doch Kleopatra begann bald, mehr Macht über ihren jüngeren Bruder auszuüben, was schließlich zu Spannungen zwischen den beiden führte.

Die Frage nach zwei Erben erwies sich für die Dynastie als blutig. Kurz nachdem sie den Thron bestiegen hatte, verrieten Kleopatras Berater sie und sie musste aus Ägypten fliehen.

Im syrischen Exil stellte Kleopatra eine Armee zusammen und machte sich auf den Weg in die äußersten Gebiete Ägyptens, um sich den Truppen ihres Bruders in einem Bürgerkrieg entgegen zu stellen.

Während der Krieg tobte, genehmigte Ptolemaios XIII., Kleopatras Bruder, die Ermordung des römischen Generals Pompeius, der ein Rivale von Julius Cäsar war.

Als Caesar in Alexandria, dem Zentrum des ptolemäischen Ägyptens , willkommen geheißen wurde , sah auch Kleopatra eine Gelegenheit, die Macht wieder zurückzugewinnen. Alten Quellen zufolge schlich sich die Königin in den Palast, um Cäsar zu treffen und zu versuchen, ein Bündnis mit dem römischen Anführer zu schließen.

Das Paar hatte denselben Gegner: Ptolemaios XIII., Kleopatras Bruder. Caesar war in Ägypten und versuchte, das Geld zu erhalten, das ihm nach dem Tod von Kleopatras Vater geschuldet wurde, und Ptolemaios XIII. war bereit, einen Kampf um die Begleichung der Schulden zu führen.

Es brach ein Krieg zwischen den zahlenmäßig unterlegenen römischen Streitkräften und dem ägyptischen König aus, und die Schlacht schien so gut wie entschieden, bis römische Verstärkung eintraf. Als die römische Armee in Ägypten einmarschierte, brachen die Streitkräfte von Ptolemaios XIII. zusammen und er musste aus Alexandria fliehen. Alten Quellen zufolge ertrank er später im Nil.

Caesar zog als Eroberer in Alexandria ein und setzte Kleopatra zusammen mit ihrem anderen jüngeren Bruder Ptolemaios XIV. auf den Thron.

Caesar blieb eine Zeit lang in Alexandria, nachdem er den Thron an Kleopatra zurückgegeben hatte, und es wird stark vermutet, dass er vor seiner Rückkehr nach Rom auch den Sohn der griechischen Königin, Caesarion oder »Kleinen Caesar«, zeugte.

In den Jahren 46 bis 45 v. Chr. besuchten Kleopatra und ihr Sohn Caesar in Rom und übernachteten in seiner Villa. Die griechische Königin von Ägypten blieb bis zur Ermordung Caesars im Jahr 44 v. Chr. in Rom und kehrte erst danach wieder nach Ägypten zurück.

Kurz nach ihrer Rückkehr nach Ägypten wurde ihr Bruder und Mitherrscher Ptolemaios XIV. getötet, wahrscheinlich sogar auf Kleopatras eigenen Befehl hin. Nach dem Tod ihres Bruders wurde Kleopatras dreijähriger Sohn Caesarion neuer Mitherrscher.

Diese Konstellation war ideal für Kleopatra, da sie dadurch einen Mitregenten bekam, der nicht willens und nicht in der Lage war, sie zu verraten, was ihr im Grunde erlaubte, allein zu regieren.

Während dieser Regierungszeit verband sich die griechische Königin Ägyptens auch mit verschiedenen Gottheiten wie Isis, was ihre Rolle als Herrscherin des Landes weiter festigte.

Darüber hinaus kam es in Rom nach Caesars Ermordung zu Unruhen, als seine ehemaligen Verbündeten Mark Antonius, Octavian und Lepidus gegen seine Mörder Cassius und Brutus um die Vorherrschaft kämpften.

Beide Seiten des Konflikts suchten Unterstützung bei Kleopatra, und es war vielleicht nicht überraschend, dass sie römische Verstärkung anbot, die in Ägypten stationiert war, um Caesars Verbündete zu unterstützen.

Diese Hilfe trug wahrscheinlich auch zum Sieg der Verbündeten Caesars bei, und nach ihrem Sieg herrschten Markus Antonius und Octavian über Rom.

Anschließend lud Markus Antonius die griechische Königin nach Tarsus in der heutigen Türkei ein, um sie persönlich zu treffen. Alten Quellen zufolge kam Kleopatra im Gewand der Göttin Isis und blendete damit den römischen Anführer.

Antonius wurde von der Königin von Ägypten mental so sehr gefangen genommen, dass er versprach, ihre Herrschaft im Land zu unterstützen. Als Kleopatra nach Ägypten zurückkehrte, beschloss Markus Antonius sogar, seine Familie, einschließlich seiner Frau und seiner Kinder, zu verlassen, um sein Leben zeitweise in Alexandria mit Kleopatra zu verbringen.

Dort genoss das Paar das Leben und gründete sogar eine berühmte Trinkgesellschaft namens »The Inimitable Livers«, angeblich zu Ehren des Gottes Dionysos, aber wahrscheinlich auch nur zum Trinken, Lieben und Feiern.

Kleopatra gebar dann die Zwillinge Alexander Helios, was Sonne bedeutet, und Kleopatra Selene, was Mond bedeutet, kurz nachdem Antonius im Jahr 40 v. Chr. nach Rom zurückgekehrt war.

Da Kleopatra die Macht über Ägypten behielt, wurde das Land zu einem der reichsten und einflussreichsten im Mittelmeerraum. Antonius reiste sogar nach Ägypten und bat Kleopatra um finanzielle Unterstützung für eine Militärmission, die sich sein Land nicht leisten konnte.

Nachdem Kleopatra ihm das Geld anbot, gab Antonius auch eine Reihe von Ländern zurück, die einst Teil des ägyptischen Reiches waren, darunter Zypern, Kreta, Libyen und einen Großteil der Levante.

Während Antonius sich in Ägypten aufhielt, gebar Kleopatra im Jahr 36 v. Chr. ihren Sohn, Ptolemaios Philadelphos. Antonius weigerte sich dann ganz, zu seiner Frau nach Rom zurückzukehren und beschloss, in Ägypten zu bleiben, wo er erklärte, dass Kleopatras Sohn, Caesarion, Caesars wahrer Erbe sei, und den drei Kindern, die er mit der Königin gezeugt hatte, auch Geld und Land anbot.

Octavian, Mitherrscher des Antonius in Rom, hatte aber bereits nach einer Möglichkeit gesucht, seinen Partner los zu werden, damit er selbst alleine die römische Welt beherrschen könnte.

Nachdem Octavian nun von den Machenschaften des Antonius in Ägypten erfahren hatte, beschloss er, den römischen Senat davon zu überzeugen, Ägypten und Kleopatra den Krieg zu erklären, da er wusste, dass Antonius auf ihrer Seite stehen würde, indem er sagte, Antonius wolle im Land eine neue römische Hauptstadt errichten.

Dies führte zur berühmten Schlacht von Actium, in der Octavian die Streitkräfte von Antonius und Kleopatra vernichtete. Das Paar wurde getrennt, als beide nach Alexandria flohen. Auf der Rückreise in die ägyptische Hauptstadt hörte Antonius das Gerücht, seine Geliebte habe sich umgebracht, und er lies sich in sein eigenes Schwert fallen, um zu sterben, gerade als er erfuhr, dass das Gerücht nicht wahr war.

Bei ihrer Ankunft in Alexandria begrub Kleopatra Antonius und zog sich in ihre Kammer zurück, wo sie sich auch das Leben nahm. Plutarch gibt an, dass sie im Alter von 39 Jahren starb, nachdem sie von einer Natter, einer Giftschlange, gebissen worden war, die ein Symbol göttlicher Königswürde war. Andere Quellen behaupten, sie habe sich selbst vergiftet.

Der Tod seiner beiden Rivalen ermöglichte es nun Octavian, die alleinige Kontrolle über Rom und Ägypten zu übernehmen, und mit dieser Machtkonsolidierung wurde Octavian, der in Augustus umbenannt wurde, der erste römische Kaiser.

Kleopatras Erbe als exotische, verführerische und mächtige Herrscherin Ägyptens hat über die Jahrhunderte hinweg Bestand. Während sie heute im Volksmund für ihre Liebesbeziehungen, Selbstmord und ihre Schönheit bekannt ist, betont Plutarch tatsächlich, dass sie körperlich doch nicht so sehr attraktiv war, ihr Charme und ihre Intelligenz jedoch unwiderstehlich waren.

Muslimische Gelehrte entwickelten ihre eigene Version der Königin Kleopatra, die nach der arabischen Eroberung Ägyptens um 640 n. Chr. niedergeschrieben wurde. Diese Kleopatra war für sie in erster Linie eine Gelehrte und Wissenschaftlerin, eine hoch begabte Philosophin und Chemikerin also.

Die griechische Königin des alten Ägypten ist weltweit zu einem beliebten Symbol mächtiger, verführerischer Frauen geworden und unzählige Filme, Gemälde und Geschichten wurden ihr zu Ehren geschrieben.

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Autor: N. N.

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