Gleichnis vom verlorenen Sohn

Gleichnis vom verlorenen Sohn · Interpretation und Lehre

Ein Vater hatte zwei Söhne, denen er sein ganzes Geld vererben wollte, sobald er stirbt. Doch der jüngere Sohn wollte nicht warten: Er bat seinen Vater schon vorher um seinen Anteil.

Der Vater gab ihm das Geld und der jüngere Sohn verließ sein Zuhause. Er reiste in ferne Länder und gab sein Geld für all seine sündhaften Begierden aus. So lebte er ein derart ausschweifendes Leben, bis sein ganzes Geld verschwendet war.

Als schließlich eine schwere Hungersnot ausbrach, hatte der jüngere Sohn überhaupt kein Geld mehr für Essen und musste hungern. Dann bat er einen Mann um Hilfe, der ihn als Schweinehirten einstellte.

Da Schweine ja als unreine Tiere gelten, war diese Arbeit eine besonders schlimme Erniedrigung für den Sohn. Doch sein Hunger plagte ihn so sehr, dass er dann sogar bereit war, das Schweinefutter zu essen.

Dabei musste er auch immer daran denken, dass die Bediensteten im Hause seines Vaters viel Besseres zu essen bekamen. Deshalb beschloss er, nach Hause zurückzukehren. Ihm war bewusst, dass er gesündigt hatte und er hoffte deshalb nur auf eine niedrige Stelle als Bediensteter im Hause seines Vaters. Er erwartete, dass seinen Vater über ihn sehr enttäuscht und zornig sein würde.

Doch es kam alles ganz anders. Als der barmherzige Vater seinen Sohn erblickte, war er nicht wütend. Im Gegenteil, er freute sich über die Rückkehr seines verlorenen Sohnes, umarmte und küsste ihn.

Der jüngere Sohn erzählte seinem Vater von seinen Sünden und dass er es nicht verdiente, Sohn seines Vaters genannt zu werden. Doch der Vater widersprach ihm und befahl seinen Knechten, die besten Gewänder für seinen Sohn zu holen und ein Festmahl vorzubereiten.

»Wir wollen Mahlzeit halten und feiern, und alle sollen sich freuen. Denn mein Kind hier war tot und ist wieder lebendig geworden; es war verloren und ist wiedergefunden«, sagte der Vater.

Der ältere Sohn, der auf dem Feld bei der Arbeit war, hörte von Ferne die Musik der Feier. Ein Knecht erzählte ihm von der Rückkehr seines Bruders und davon, dass sein Vater zum Feiern aufgerufen hätte.

Der ältere Sohn war darüber sehr verärgert und beschwerte sich bei seinem Vater. Er war all die Jahre bei ihm geblieben, während sein jüngerer Bruder all sein Geld verschwendet und gesündigt hatte.

Der Vater beruhigte aber seinen älteren Sohn und versicherte ihm, dass alles, was er besaß, nach seinem Tod ihm gehören würde. Doch er sagte ihm auch, dass es Grund zum Feiern gäbe. Auch wenn der jüngere Sohn gesündigt hatte, war er doch wieder nach Hause zurückgekehrt.

Interpretation:
Der Vater: Er steht für Güte und Barmherzigkeit Gottes gegenüber allen. Gott liebt alle Menschen: Nicht nur die, die ihm gehorchen. Sondern auch die, die gesündigt haben und ihre Sünden bereuen. Sie sollen zu ihm zurückkehren, wie der jüngere Sohn zu seinem barmherzigen Vater zurückgekehrt ist.

Der jüngere Sohn: Er ist der Sündige, der seine Fehler einsieht und bereut. Er kehrt mit Reue zu seinem Vater zurück und wird deshalb trotz seiner Fehler liebevoll empfangen.

Der ältere Sohn: Er spiegelt all die Menschen wider, die eifersüchtig sind und anderen nicht verzeihen können. Sie arbeiten hart und halten sich an die allgemein gültigen Regeln. Deshalb fällt es ihnen auch besonders schwer, anderen Menschen zu verzeihen, die diese Regeln gebrochen haben.

Lehre: Für alle Menschen soll dieses Gleichnis ein Aufruf dazu sein, immer ihre Denkweise auch infrage zu stellen.

Gleichnis vom verlorenen Sohn · Interpretation und Lehre

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Gleichnis vom verlorenen Sohn · Interpretation und Lehre · Ein Vater hatte zwei Söhne, denen er alles vererben wollte, sobald er stirbt.

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Autor: Lukasevangelium

Bewertung des Redakteurs:
4

Achtsamkeit bedeutet, behutsam sein mit sich selbst und allen Geschöpfen dieser Erde.

Roswitha Bloch