Fuchs und Waldarbeiter

Fuchs und Waldarbeiter · Aesop Fabel · Rechtschaffenheit

Ein vor Jägern fliehender Fuchs fand, nachdem er lange in der Wildnis herumgelaufen war, endlich einen Waldarbeiter und bat denselben inständig, ihn doch bei sich zu verbergen.

Dieser zeigte ihm seine Hütte, worauf der Fuchs hinein ging und sich in einem Winkel versteckte.

Als die Jäger kamen und sich bei dem Mann nach dem Fuchs erkundigten, versicherte dieser zwar durch Worte, er wisse von nichts, deutete aber mit der Hand nach der Stelle hin, wo sich der Fuchs versteckt hielt.

Allein die Jäger hatten nicht darauf geachtet und entfernten sich wieder.

Wie nun der Fuchs sie fortgehen sah, kam er aus seinem Versteck heraus, ohne etwas zu sagen.

Als ihm darauf hin der Waldarbeiter Vorwürfe machte, dass er ihm, durch den er doch gerettet worden sei, keinen Dank bezeuge, drehte sich der Fuchs nochmals um und sprach:

»Ich wüsste dir gerne Dank sagen, mein Herr, wenn die Werke deiner Hand und deine Gesinnung mit deinen Reden im Einklang gestanden hätten.«

Lehre: Die Fabel richtet sich an jene, welche zwar die Rechtschaffenheit im Munde führen, deren Taten jedoch das Gegenteil bezeugen.

Fuchs und Waldarbeiter · Aesop Fabel · Rechtschaffenheit

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Autor: Aesop

Bewertung des Redakteurs:
4

Jeder Tag ist ein kleines Leben, das heißt: ein zu bewältigendes Angebot und nicht ein Berg, den wir nicht übersteigen können.

Liselotte Nold