Der arme Poet

Der arme Poet

Der arme Poet ∘ Carl Spitzweg ∘ Bildbeschreibung

Das Bild zeigt einen Schriftsteller in seiner ärmlichen Dachstube. Das enge Zimmer wird links von einem kleinen Fenster beleuchtet. Rechts sind die Sparren des Hausdachs, an dem ein Regenschirm hängt, der die Schlafstelle vor der durch das Dach tropfenden Feuchtigkeit schützt.

Am rechten Bildrand ist die Zimmertür zu erkennen. Gegenüber der Tür, am linken Bildrand, befindet sich ein grüner Kachelofen ohne Feuer darin. Der dargestellte Schriftsteller besitzt kein Bett. Stattdessen liegt an der Wand eine Matratze auf dem Boden, auf der der arme Poet in einem Schlafrock und mit einer Schlafmütze auf dem Kopf liegt.

Auf seinen Knien hält er mit der linken Hand einige Manuskriptseiten. Mit der rechten Hand hält er etwas zwischen Daumen und Mittelfinger fest, das er durch seine Brille hindurch fixiert. Vor der Matratze stehen und liegen dicke Bücher sowie zwei Schachteln, auf denen ein Tintenfass steht.

Auf dem Rücken des aufrecht stehenden Wälzers stehen die lateinischen Worte: „Gradus ad Parnassum“ (deutsch: „Stufen zum Parnass“), was entweder der Titel des im Jahr 1725 herausgegebenen theoretischen Hauptwerks des österreichischen Komponisten Johann Joseph Fux oder – im Kontext dieses Bildes näherliegend – der von dem Jesuiten Paul Aler in Köln 1702 veröffentlichten Anleitung zum Verfassen lateinischer Verse ist.

An die Wand malte der Dichter mit roter Farbe wahrscheinlich das Versmaß des Hexameters. Auf dem grünen Kachelofen steht eine Kerze in der Flasche, daneben die Waschschüssel, an einer Wäscheleine darüber hängt ein Handtuch.

Am nicht beheizten Ofenrohr hängt ein Zylinderhut. Im Ofenloch stecken Papierblätter, die wohl zu den Papieren gehören, die vor dem Ofen liegen und die, ebenfalls lateinisch, mit „Operum meorum fasciculum III“ (deutsch: „Das dritte Bündel meiner Werke“) beschriftet sind. Vor dem Ofen liegen außerdem noch ein einzelner Stiefel und ein Stiefelknecht.

Links vom Ofen steht ein Mustopf, an der Wand daneben hängt der Ausgehrock und ganz links am Bildrand lehnt der Spazierstock an der Wand. Hinter dem Fenster sind verschneite Dächer zu sehen. Ein Hinweis darauf, dass es kalt ist.

Der Dichter jedoch ist so arm, dass er im Bett liegen bleibt, um sich wenigstens ein bisschen warm zu halten. Heizen kann er nur, wenn er seine Werke verschürt.

Der arme Poet ∘ Carl Spitzweg ∘ Bildbeschreibung

Der arme Poet - AVENTIN Storys ☉

Der arme Poet ∘ Carl Spitzweg ∘ Bildbeschreibung - Das Bild zeigt einen Schriftsteller in seiner ärmlichen Dachstube. Das enge Zimmer wird links von einem kleinen Fenster beleuchtet. Rechts sind die Sparren des Hausdachs, an dem ein Regenschirm hängt, der die Schlafstelle vor der durch das Dach tropfenden Feuchtigkeit schützt.

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Autor: Myllow

Bewertung des Redakteurs:
4
  • Myllow

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