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Niederbayerische Goldhaube

Niederbayerische Goldhaube – Festtracht Unikat Niederbayern

Eine niederbayerische Goldhaube ist eine kunstvoll bestickte, goldglänzende Frauenkopfbedeckung der Festtracht, die im Passauer Land und entlang von Donau, Inn und Rott getragen wird.

Sie steht für Wohlstand, Festlichkeit und regionale Identität und gilt als filigranes handwerkliches Unikat.

Die Goldhaube ist eine halbkugelige bis helmartige Haube, die Scheitel und Hinterkopf bedeckt und mit goldenen Stickereien, Flitter, Perlen und Seidenfäden reich verziert ist.

Im niederbayerischen Raum (besonders im Passauer Land) entwickelte sich aus der Böndelhaube (schwarz-goldene Bodenhaube) um 1800–1820 die heutige Form, die oft auch als Passauer Haube bezeichnet wird.

Sie wird zu festlichen Anlässen (Kirchfeste, Trachtenumzüge, Brauchtumsveranstaltungen) von »Goldhaubenfrauen« getragen und ist Teil der lebendigen Trachtenkultur in Bayern.

Vorläuferformen von Hauben sind seit dem 14. Jahrhundert belegt. Die goldbestickte Variante etablierte sich ab Mitte des 18. Jahrhunderts bei wohlhabenden Bürgerinnen und später auch bei begüterten Bäuerinnen.

Die charakteristische Goldhaube in ihrer heutigen Gestalt entstand zwischen 1800 und 1820, ausgehend von Linz, und breitete sich dann ins niederbayerische Donaugebiet aus.

Symbolisch steht sie für Festlichkeit, sozialen Status (früher nur für Wohlhabende erschwinglich) und regionale Verbundenheit; heute auch für Gemeinschaft und Brauchtumspflege.

Die Goldhaubentradition im Passauer Land bzw. die Linzer Goldhaube sind als immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkannt (Eintragung Mitte der 2010er-Jahre).

Material:
Historisch wurden seidenes Gewebe mit eingewebten Goldfäden, Goldlahn, Flitter und Perlen verwendet.

Heute besteht das Trägermaterial meist aus einem schmalen Band (ca. 15 × 115 cm), das auf ein Drahtgestell gespannt wird. Darauf wird mit vergoldetem Kupfer- oder Nickelgewebe bzw. vergoldeten Kupferplättchen gestickt, ergänzt durch Flitter, Perlen und Seidenfäden.

Moderne Hauben verwenden häufig galvanisch mit 18 Karat vergoldetes Kupfer; reine Goldstoffe sind aus Kostengründen eher selten.

Materialwert:
Der Materialwert liegt typischerweise zwischen 700 und 900 Euro; bei aufwendigeren Ausführungen können die Materialkosten auch höher liegen.

Wegen des enormen Handarbeitsaufwands (oft 300–600 Stunden) liegt der Gesamtwert deutlich höher. In der Praxis werden fertige Hauben häufig im Bereich von etwa 1.200 bis 2.500 Euro genannt, abhängig von Material, Verzierung und Arbeitszeit.

Historisch wurde der Wert einer Goldhaube auch mit dem Erlös für ein Pferd („Rossgeld“) verglichen – ein Hinweis auf ihren hohen Status als Wertgegenstand.

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Niederbayerische Goldhaube
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Eine niederbayerische Goldhaube ist eine kunstvoll bestickte, goldglänzende Frauenkopfbedeckung der Festtracht, die im Passauer Land und entlang von Donau, Inn und Rott getragen wird.

URL: https://aventin.de/niederbayerische-goldhaube/

Autor: N. N.

Bewertung des Redakteurs:
5

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