Illuminaten und Freimaurer – Orden und Zielsetzung
Adam Weishaupt war ein deutscher Jurist und Professor in Ingolstadt, der 1776 den Illuminatenorden gründete; die Illuminaten waren also ursprünglich kein Mythos, sondern ein realer Geheimbund der Spätaufklärung. Der Orden war nur einige Jahre aktiv und wurde 1785 im Kurfürstentum Bayern verboten; danach zerfiel er weitgehend.
Adam Weishaupt (1748–1830) war Professor für Kirchenrecht und eine Schlüsselfigur der Aufklärung in Bayern. Er wollte mit einem zunächst kleinen Kreis gebildeter Anhänger eine moralisch und intellektuell bessere Elite formen. Der spätere Name „Illuminaten“ bedeutet sinngemäß „die Erleuchteten“.
Die Gründung des Ordens hing mit der Aufklärung und mit Weishaupts Kritik an kirchlicher und politischer Bevormundung zusammen. Er sah den absolutistischen Staat und die ständische Ordnung als Hindernisse für Vernunft, Bildung und gesellschaftliche Verbesserung. Anfangs begann das als Lehr- und Lesekreis, aus dem sich dann ein geheimer Orden entwickelte.
Gesellschaftlich verfolgten die Illuminaten das Ziel, durch Erziehung und Netzwerke Einfluss auf Schlüsselpositionen im Staat zu gewinnen und so die Fürstenherrschaft schrittweise zu schwächen.
In der Ideengeschichte standen die Illuminaten für eine radikale Aufklärung: mehr Vernunft, weniger Autorität, mehr Gleichheit und Freiheit. Philosophisch gesehen waren sie gegen jegliche dogmatische Religion und für die „Vervollkommnung“ des Menschen durch Bildung und moralische Disziplin.
Der historische Illuminatenorden existierte nicht dauerhaft weiter; nach dem Verbot 1785 und den Verfolgungen löste er sich im Wesentlichen auf. Was bis heute weiterlebt, sind vor allem Verschwörungsmythen über eine angeblich fortbestehende Geheimmacht, nicht der historische Orden selbst. Die aktuelle Forschung beschreibt die Illuminaten daher als zeitlich und räumlich klar begrenztes Phänomen der Aufklärung.
Die ebenfalls bekannten Freimaurer waren keine „Träger“ der Illuminaten-Ideen im Sinne einer zentralen Steuerung, aber es gab Überschneidungen: Adam Weishaupt und andere Illuminaten nutzten teils freimaurerische Strukturen, um Mitglieder zu gewinnen und ihre Ideen zu verbreiten.
Inhaltlich waren beide Bewegungen jedoch nicht dasselbe; die Freimaurerei zielte vor allem auf Selbstveredelung, Humanität und aufklärerische Geselligkeit, während die Illuminaten einen klareren politischen Reformanspruch hatten.
Über die Freimaurerei verbreiteten sich in erster Linie aufklärerische Werte wie Vernunft, Toleranz und moralische Bildung; das waren Überschneidungen mit einigen Zielen der Illuminaten.
Die spezifisch politischen und anti-autoritären Ziele der Illuminaten blieben dagegen umstritten und führten zu Konflikten mit Freimaurern. Historisch gesehen waren sie also eher Verwandte mit teilweise gemeinsamen Wegen und kein einheitlicher Block.
Verschwörungserzählungen, Freimaurer und Illuminaten seien identisch oder gemeinsam weltumspannend aktiv, wird durch die Forschung nicht gestützt. Belegt ist aber, dass beide Gruppen im Zeitalter der Aufklärung existierten, unterschiedliche Ziele, Formen und Reichweiten hatten.
Kurz gesagt: Die Illuminaten waren ein echter, kurzlebiger Geheimbund der Aufklärung, kein uralter weltumspannender Orden. Ihr historischer Kern lag in Bildungsreform, Elitebildung und der Kritik an absolutistischer Herrschaft.
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Autor: N. N.
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