Das Gesetz der Polarität – Kurt Tepperwein – Grundlegendes Prinzip
Kurt Tepperwein versteht unter dem Gesetz der Polarität, dass alles im Leben zwei sich bedingende Gegensätze hat und erst beide Pole zusammen die Wirklichkeit vollständig machen.
Gegensätze sind nach seiner Sicht keine Fehler im System, sondern notwendige Ergänzungen, durch die Entwicklung, Erfahrung und Bewusstsein möglich werden.
Bedeutung des Gesetzes der Polarität:
Polarität meint bei Tepperwein, dass jede Erscheinung immer mit einem Gegenpol auftritt: Licht und Dunkel, Erfolg und Misserfolg, Freude und Schmerz, Aktivität und Ruhe. Diese Pole gehören derselben Sache an und sind verschiedene Ausprägungen einer zugrunde liegenden Einheit, ähnlich wie warm und kalt nur unterschiedliche Grade derselben Energie sind.
Gegensätze dienen dabei als Erfahrungsraum für Bewusstsein: Ohne Dunkelheit wäre Licht nicht erlebbar, ohne Misserfolg kein Begriff von Erfolg. Das Gesetz der Polarität macht so auf eine tieferliegende Ordnung aufmerksam, in der alles seinen Platz hat und Erfahrung nie zufällig, sondern lernorientiert ist.
Voraussetzungen für die Anwendung:
Eine zentrale Voraussetzung ist die Bereitschaft, innere Verantwortung zu übernehmen und nicht im Opferbewusstsein zu bleiben. Wer das Gesetz der Polarität anwenden will, muss anerkennen, dass die eigene innere Haltung und Interpretation bestimmt, wie ein negativer oder positiver Pol erlebt und genutzt wird.
Ebenso wichtig ist die Fähigkeit zur Beobachtung: Statt spontan zu verurteilen, soll der Mensch wahrnehmen, welcher Gegenpol gerade ausgeblendet wird und welches Lernpotenzial in der Situation liegt. Dazu gehört, beide Seiten – etwa Stärke und Verletzlichkeit – bewusst zuzulassen, statt eine Seite zu verdrängen.
Lebensziele im Sinne der Polarität:
Im Alltag zielt die Arbeit mit dem Gesetz der Polarität darauf, aus Konflikt in Harmonie zu kommen und Extreme zu integrieren. Es geht darum, sich nicht mehr einseitig mit nur einem Pol zu identifizieren (zum Beispiel nur mit Leistung oder nur mit Sicherheit), sondern die dahinterliegende Einheit zu erkennen und zu leben.
Tepperwein verknüpft dies mit einem übergeordneten Lebensziel: Vom reinen Haben über das Ego zum Wahren Selbst zu reifen und die eigene Vollkommenheit immer umfassender auszudrücken. Polarität bietet dabei die Erfahrungsfelder, in denen Reife entsteht – etwa, indem aus Leid Mitgefühl und aus Scheitern Klarheit und inneres Wachstum erwachsen.
Philosophische Betrachtung:
Philosophisch lässt sich das Gesetz der Polarität als monistischer Ansatz verstehen: Gegensätze sind Erscheinungsformen einer zugrunde liegenden Einheit, nicht zwei voneinander unabhängige Prinzipien. Damit steht Tepperweins Deutung in der Nähe von Denkweisen, die Einheit hinter Vielfalt und Spannungen betonen, etwa bestimmten mystischen oder idealistischen Traditionen.
Zugleich verbindet sein Ansatz eine metaphysische Annahme – eine durch geistige Gesetze strukturierte Wirklichkeit – mit praktischer Lebensethik: Der Mensch soll lernen, jenseits des bloßen Bewertens zu sehen und Gegensätze bewusst als Entwicklungschance zu nutzen. Polarität wird damit weniger als abstraktes Prinzip, sondern als Werkzeug zur Bewusstseinserweiterung und zur Ausrichtung des eigenen Lebens auf innere Harmonie verstanden.
Das Gesetz der Polarität – Kurt Tepperwein – Die Geistigen Gesetze
· Start · Archiv Allegorien Anekdoten Aphorismen Astrologie Balladen Essays Fabeln Gedichte Gleichnisse Historien Krimis Kultur Kunst Legenden Märchen Metamorphosen Musik Mythologie Novellen Orte Parabeln Personen Philosophie Psychologie Rätsel Sagen Satire Sonstiges Storys Videos Weisheiten Wissen Zitate