Glaube und Berge · Augusto Monterroso · Landschaft · Satire
Am Anfang versetzte der Glaube nur dann Berge, wenn es unbedingt notwendig war, so dass die Landschaft jahrtausendelang gleich blieb.
Als sich aber dann der Glaube immer mehr ausbreitete und die Leute die Vorstellung, Berge zu versetzen, einfach lustig fanden, änderten die Berge immer häufiger ihren Standort, und es wurde für die Menschen immer schwieriger, sie dort wiederzufinden, wo sie noch am Vortag gewesen waren.
Das schaffte selbstverständlich mehr Beschwernis als Erleichterung.
Die guten Leute hielten es sodann wieder für besser, ihren Glauben aufzugeben, und jetzt blieben die Berge im allgemeinen auch wieder an ihrem Ort.
Wenn sich heutzutage auf einer Überlandstraße ein Erdrutsch ereignet hat, so könnte man beinahe annehmen, dass, weil jemand weit weg oder in unmittelbarer Nähe einen Anflug von Glauben hatte, sich dies wieder ereignet haben könnte!
Ist es nicht so?
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URL: https://aventin.de/glaube-und-berge-augusto-monterroso/
Autor: Augusto Monterroso
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