Die Kaffeemühle – Märchen – Achtung und Wertschätzung
Jeden Morgen mahlte die Kaffeemühle den Kaffee.
Seit vielen Jahren stopfte ihr ein Mann einfach das Mahlwerk mit Kaffeebohnen voll und drehte rücksichtslos an der Kurbel, und sie – die Kaffeemühle – musste die Bohnen zu Pulver zerreiben.
Der Mann nahm dann das Pulver, schüttete es zusammen mit kochendem Wasser in eine große Tasse und schlürfte daraufhin genießerisch das Gebräu.
Dieser Mann glaubte nicht, dass Gegenstände Leben in sich hätten. Der Mann verachtete die starre Dienstbereitschaft von Sachen und spottete über seinen Dichterfreund, der ihm immer wieder einschärfte, Sorge zu tragen für die Dinge, weil sie uns nützlich seien und wir sie deshalb gern haben sollten.
Eine Lampe, ein Messer, eine Tür, ein Möbelstück oder ein Fenster könnten nämlich plötzlich aus ihrer untertänigen Ruhe erwachen; ein Stuhl könnte sich zur Seite neigen und nicht mehr zum Sitzen taugen, so dass ein unachtsamer Mensch sich unter Umständen das Genick brechen könnte.
Eines Morgens sprang tatsächlich die Kaffeemühle entzwei. Sie klemmte dem Mann einen Finger ein und biss ihn wütend in die Fingerspitze. Der Mann fluchte fürchterlich, das Blut floss, dann wurde der Fingernagel ganz schwarz und die Hand musste in einer Notfallklinik verarztet werden.
Die Kaffeemühle mahlte nie wieder Kaffee. Sie wurde auf eine Müllhalde geworfen, dort spielt sie seitdem mit den Vorstadtkindern und lebt glücklich und zufrieden.
Die Kaffeemühle – Märchen – Achtung und Wertschätzung
Die Kaffeemühle · AVENTIN.de
Die Kaffeemühle - Märchen - Achtung und Wertschätzung - Jeden Morgen mahlte die Kaffeemühle den Kaffee. Seit vielen Jahren stopfte ihr ein Mann einfach das Mahlwerk mit Kaffeebohnen voll und drehte rücksichtslos an der Kurbel.
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Autor: Märchen
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