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Die drei Töchter – Märchen

Die drei Töchter · Märchen Litauen · Sonne Mond und Wind

Ein Mann und seine Frau hatten drei Töchter. Eines Tages ging der Mann hinaus auf die Felder, um zu pflügen. Da bewölkte es sich und es wurde bitter kalt.

Der Mann sprach: »Wenn die Sonne hervor käme und mich wärmte, ich gäbe ihr dafür meine älteste Tochter!«

Da trat sogleich die Sonne aus den Wolken hervor und wärmte ihn. Als seine älteste Tochter kam und ihm das Mittagessen brachte, sagte der Vater: »Ich habe dich der Sonne versprochen.«

»Gut, Väterchen, wenn du mich der Sonne versprochen hast, dann heirate ich sie.« Sogleich kam die Sonne herab und holte das Mädchen zu sich.

Als der Mann vom Pflügen heimkam, fragt ihn die Frau: »Und wo ist die Tochter?« Er sagt: »Ich habe sie mit der Sonne verheiratet.«

Alsdann fuhr der Mann in den Wald, um Holz zu schlagen. Er schlug den ganzen Tag, doch ehe er alles auf den Wagen geladen hatte, war es schon so dunkel geworden, dass er das Beil in seiner Hand nicht mehr sehen konnte.

Er sagt: »Wenn doch wenigstens der liebe Mond zu leuchten anfinge, ich würde ihm meine jüngere Tochter geben!«

Sogleich begann der Mond zu leuchten, und es wurde fast so hell wie am Tag. Gerade zu der Zeit kam auch die mittlere Tochter zum Vater – sie hatte Pilze gesucht, hatte sich verirrt und so verspätet. »Na«, sagt der Vater, »ich habe dich dem Mond versprochen, mein Kind.«

»Gut, Väterchen, wenn du mich dem Mond versprochen hast, so heirate ich ihn.« Und sogleich kam der liebe Mond herab und holte das Mädchen zu sich.

Und als der Mann heimkam, fragte ihn wieder seine Frau: »Wo ist denn nur die Tochter, dass sie gar nicht nach Hause kommt?« Er sagt: »Ich habe sie mit dem Mond verheiratet.«

Als im Sommer die Heumahd anstand ging der Mann das Gras mähen. Doch es war solch eine Hitze, dass er die Sense nicht mehr in der Hand halten konnte!

Er sagt: »Wenn nur der Wind wehen möchte, dann wäre es kühler; ich würde ihm die jüngste Tochter dafür versprechen!«

Und augenblicklich begann der Wind zu wehen, und schon ist es ihm angenehm kühl. Zur selben Stunde kommt seine jüngste Tochter und bringt ihm das Mittagessen. »Ich habe dich dem Wind versprochen, mein Kind.«

»Wenn du mich dem Wind versprochen hast, so will ich ihn heiraten.« Und sogleich kam der Wind und holte sie zu sich.

Als der Mann heimgekommen war, fragte ihn seine Frau: »Wo ist denn die Tochter?« Er sagte nur: »Ich habe sie mit dem Wind verheiratet.«

Na gut! Alle drei Töchter hatte er nun verheiratet. Es vergingen ein paar Wochen und er hatte Sehnsucht nach seiner ältesten Tochter. So ging er die Sonne, seinen Schwiegersohn, besuchen. Und als er dort kam, war es schon Abend.

Da sagte die Sonne zu seiner Tochter: »Rühre Mehl ein und backe deinem Vater Pfannkuchen!« Da antwortete die Tochter: »Es ist Abend, wie kann ich jetzt im Ofen Feuer machen!«

Doch die Sonne erwiderte: »Wir brauchen kein Feuer, ich backe sie. Fülle mir nur den Teig auf den Kopf!« Da füllte sie den Teig auf den Kopf der Sonne, und buk so die Pfannkuchen.

Als der Vater lange genug zu Gast gewesen war, machte er sich wieder auf den Heimweg. Und als er zu Hause ankam, war es schon Abend. Da sagt er zu seiner Frau: »Rühre Mehl ein, wir wollen Pfannkuchen backen!«

»Was dir jetzt in der Nacht einfällt! Wir haben weder Feuer noch sonst etwas.«

»Wir brauchen kein Feuer, ich kann sie so backen«, sagt er, »fülle mir den Teig auf den Kopf!«

Da schüttete das Weib ihm den Teig auf den Kopf, dass dem Greis alles verklebte: die Haare, die Ohren, die Augen und sein Mund! Sein Haar und sein Gesicht waren so verfilzt und verschmiert, dass er sich drei Tage lang im Badhaus sauber waschen musste.

Nach einigen Tagen bekam er Sehnsucht nach der zweiten Tochter. Er ging zum Mond und zu seiner jüngeren Tochter. Als er dort ankam, war bereits der Abend angebrochen und es war dunkel.

Da sagt der Mond, sein zweiter Schwiegersohn, zu seiner Frau: »Geh in den Erdkeller und hole deinem Vater Honigmet!«

Doch die Tochter antwortete: »Wie kann ich in den Erdkeller gehen, da es schon so dunkel ist!«

»Das macht nichts, ich werde dir leuchten.« Der Mond legte seinen Finger auf den Zaun und schon konnte sie im Keller sehen wie am Tag.

Als der Vater dort nach Herzenslust zu Gast gewesen war, kehrte er wieder nach Hause zurück. Er sagte zu seiner Frau: »Geh in den Erdkeller und hole mir Honigmet!«

»Bist du verrückt? Wie kann ich in den Keller gehen, wo es doch schon dunkel ist!«

Er antwortete: »Ich werde dir leuchten.« Die Frau ging hinaus zum Erdkeller. Dann legte er seinen Finger auf den Zaun und wollte ihn so zum Leuchten bringen. Doch seine Frau war in tiefem Dunkel. Deswegen fiel sie auch hin, als sie die Leiter hinab stieg, und sich verletzte. Ganz blutig kam sie wieder zurück und fluchte auf ihren Mann.

Es vergingen wieder einige Tage, da bekam der Mann Sehnsucht nach seiner jüngsten Tochter. Er ging und ging. Als er beim Wind ankam, war es noch hell. Dort angekommen nahm der Wind und seine Tochter ihn herzlich auf.

Später sagte der Wind: »Nimm den Pelz, wir wollen noch ein wenig auf dem Wasser spazieren fahren.«

»Wir werden ertrinken!«

»Wo denkst du hin?« sagte der Wind, »bringe nur den Pelz! In der Stube ist es heiß, wir fahren wenigstens ein bisschen auf dem Wasser umher.«

Sie warfen also den Pelz in den Fluss, sprangen darauf und der Wind blies etwas – so fuhren sie los wie in einem Boot.

Wie das Alte wieder nach Hause kam sagte er zu seiner Frau: »Nimm den Pelz! In der Stube ist es warm, wir gehen ein bisschen auf dem Fluss spazieren fahren.«

»Was redest du da? Bist du jetzt schon ganz von Sinnen? Wir werden ertrinken!« sagte die Frau.

»Du wirst nicht ertrinken! Ich habe gesehen, wie mein Schwiegersohn auf einem Pelz Boot gefahren ist.«

Da nahmen sie den Pelz, brachten ihn hin und warfen ihn auf das Wasser des Flusses. Dann sprangen beide auf den Pelz, um spazieren zu fahren. Der Pelz ging unter, und von den beiden wurde niemals mehr etwas gesehen!

Die drei Töchter · Märchen Litauen · Sonne Mond und Wind

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Die drei Töchter · Märchen Litauen · Sonne Mond und Wind · Ein Mann und seine Frau hatten drei Töchter. Eines Tages ging der Mann hinaus.

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Autor: Märchen aus Litauen

Bewertung des Redakteurs:
4

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