Das Ei des Lichts - Innere Ansicht und innere Haltung - Ostern 26

Das Ei des Lichts – Innere Ansicht und innere Haltung – Ostern

Es war einmal ein kleiner Ort, eingebettet zwischen sanften Hügeln und blühenden Wiesen. Als der Frühling kam, brachte er nicht nur das Erwachen der Natur, sondern auch das Osterfest – und mit ihm das große Eierbemalen des Dorfes.

Unter den Kindern war auch Lina, ein Mädchen mit einem neugierigen Blick und einer stillen Art zu träumen. Dieses Jahr wollte sie das schönste Osterei gestalten – eines, das ein Lächeln auf jedes Gesicht zaubern konnte. Doch so sehr sie sich auch bemühte, die Farben wollten nicht leuchten, die Muster wirkten unruhig, und das Ei schien ihr irgendwie leer.

Traurig setzte sich Lina auf die Wiese. Da kam ein alter Mann auf sie zu, ein Kräutersammler, den jeder im Dorf kannte. Er sah ihr Ei und fragte freundlich:

„Warum bist du so ernst, Lina?“

„Ich wollte ein besonderes Ei malen, eines, das etwas bedeutet. Aber es bleibt einfach… gewöhnlich.“

Der Alte nickte. „Vielleicht suchst du das Falsche. Hast du schon einmal versucht, das Licht nicht auf das Ei, sondern in das Ei zu malen?“

Lina runzelte die Stirn. „Wie soll man Licht in ein Ei malen?“

„Mit offenem Herzen“, antwortete der Mann. „Ostern ist nicht nur ein Fest des Lebens, sondern auch des inneren Erwachens. Wenn du Liebe, Hoffnung und Dankbarkeit fühlst, dann füllst du das Ei mit Licht – auch wenn man es nicht sieht.“

Lina dachte nach. Am Abend, als die Sonne unterging, nahm sie ein neues Ei, atmete tief durch und malte – ohne zu grübeln, ohne zu vergleichen, nur mit Freude und Vertrauen. Am nächsten Tag, als alle ihre bemalten Eier präsentierten, leuchtete ihres im Morgenlicht, schlicht und doch besonders.

Die Menschen sagten, es sei das schönste Ei. Doch Lina lächelte nur – denn sie wusste, dass nicht die Farbe, sondern ihr Gefühl darin glänzte.

Und so erzählte man sich im Dorf von jenem Mädchen, das gelernt hatte, Licht in ein Ei zu malen – und seither wussten viele, dass Ostern nicht nur bunt, sondern auch still und hell im Herzen sein kann.

Die philosophische Idee dahinter: Das wahre „Leuchten“ entsteht nicht durch äußeren Glanz, sondern durch innere Haltung. Ostern steht für Neubeginn – und der beginnt immer in uns selbst.

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