4/4 – Die Schlacht bei Aidenbach · Joseph Pamler · Volksaufstand

Durch die schreckliche Niederlage bei Aidenbach war zwar die Kraft des Aufstandes gebrochen, aber dieser selbst noch keineswegs unterdrückt, denn noch standen um die zwanzigtausend Mann todesmutiger Landesverteidiger in verschiedenen Gegenden Bayerns unter den Waffen.

Allein gerade der oberste Ausschuss der Landesverteidigung zählte einige Männer, welche durch Zaghaftigkeit und Zweideutigkeit nicht nur größtenteils an dem bereits geschehenen Unglück Schuld tragen, sondern auch einen guten Erfolg längeren Widerstandes unmöglich machten.

Bald verloren die Landesverteidiger ihre festen Plätze Schärding, Braunau, Burghausen, Cham. Mit treuloser Grausamkeit ließ D’Argnan die Besatzung von Cham, welcher er doch freien Abzug versprochen hatte, bei ihrem Auszug größtenteils niederschießen.

Braunau fiel durch D’Ocforts schurkischen Verrat. Während er nämlich die in der Stadt befindliche dreitausend Mann starke Besatzung der Bauern auf der einen Seite gegen die Österreicher ausgesendet hatte, ließ er auf der anderen Seite die Österreicher in die Stadt, ließ dann vor den getäuschten zurückkehrenden Landesverteidigern die Tore verschließen und richtete hohnlachend selbst die Geschütze auf den Wällen gegen die betrogenen Treuen.

Noch stand eine Schaar von etlichen tausend Mann in einem verschanzten Lager bei Wasserburg, an ihrer Spitze der kühne, treue Meindl. Da er aber ringsum Alles verraten, Alles gewichen und verloren sah, so entließ auch er nach einem schmerzlichen Abschied die Seinigen, zerbrach sein Schwert und floh in die Schweiz. Wie er, so tat es auch Plinganser, der Helden-Jüngling, und floh trauernd aus dem armen, geknechteten Vaterland.

Bis zum Jahre 1714 war Bayern dann in österreichischer Gewalt, und während dieser ganzen Zeit lag in Aidenbach und der Umgegend österreichisches Militär zur größten Last für das hart bedrängte Volk.

Wehe dem, der sich unterstand, eine Teilnahme für die gefallenen Brüder, oder eine Anhänglichkeit ans bayerische Fürstenhaus kund zu geben. Niemand durfte von den Landesverteidigern anders als von Rebellen sprechen. Daher kommt selbst in allen öffentlichen Schriften wie zum Beispiel den Gemeinderechnungen in Aidenbach nur der Name »Rebellen« vor.

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